Pro Tools 2018 – Avid geht in die richtige Richtung!

Mit der Version Pro Tools 2018 verließ Avid die Zahlenreihe der Pro Tools Versionen die es im laufe der Jahre bis hin zur Version 12.8 schaffte.

 

Ein Rückblick auf das Jahr 2015:

Pro Tools 12 - Mix Rocks

 

Es gab ein großes Aufbäumen der Pro Tools User als Avid das „Subscription-Model“ für die nächste große Pro Tools Version bekannt gab. Man kann darüber streiten ob so ein Model gut oder schlecht ist, allerdings empfand ich die aufgerufenen Preise (105,91 Euro/ Jahr) der Native-Version für nicht all zu drastisch. So hatte man in den Jahren zuvor auch immer gut und gerne um die 140,00 Euro gezahlt, um auf die nächste Version zu kommen. Avid machte meiner Meinung nach aber vier Fehler beim Release von Pro Tools 12.

  1. Schlechte Kommunikation mit den Usern
  2. Keine wirklichen Neuerungen in PT 12.0
  3. Zwangsweise für den Support bezahlen zu müssen
  4. Unverständlich hohe Upgrade-Preise für PT HD-User

 

Drei dieser Fehler hat Avid geschafft relativ Zeitnahe überwiegend wieder gerade zu rücken.

 

1. Die Kommunikation mit den Usern

Es war schon schauerlich am Anfang und ich habe selten so eine Verwirrung um Updates, Upgrades und Preisstrukturen erlebt bei einem so riesigen Konzern, der ja nun nicht seit gestern am Markt ist. Es hat eine ganze Weile gedauert bis diese ganze Punkte für den User eindeutig zugeordnet werden konnte und mich selbst hat es vom Release im März bis hin zum November davon abgehalten auf den Zug mit aufzuspringen. Ich teste sogar intensive div. andere DAWs, da der Gedanke für einen wirklichen festen Wechsel doch stärker wurde.

 

2. Keine wirklichen Neuerungen in PT 12.0

Mit PT 12.0 kehrten nicht wirkliche Neuerungen ein, was ziemlich seltsam wirkt wenn man eine neue Version von einem Programm veröffentlicht. Nach und nach kamen im laufe des Jahres mit PT 12.1, 12.2 & 12.3 wirklich langersehnte Funktionen für die Native-User hinzu. Unter anderem:

  • Input-Monitoring
  • Copy to send function
  • bis zu 128 Audio Tracks
  • bis zu 512 Instrument Tracks
  • Solo Function PFL oder AFL
  • Disk Cache Option
  • Hardware Monitoren Input (auto mute)
  • Track Commit
  • Batch Fades
  • Track Bounce for multitrack stems
  • Drop Midi to Audio

Für die HD-User gab es lediglich neue Plugins und das Wissen, dass sich bis auf die bleibenden HD-Features (Surround-Möglichkeiten, höhere Ein- & Ausgangsanzahl, Nutzung von Avids HDX-Karten und AAX-HD Plugins) der Unterschied zur Native-Version nur noch sehr minimal ist. Ich kann den Ärger einiger HD-User sehr gut verstehen, da sie ja nicht nur einen „Wertverlust“ der HD-Version in Kauf nehmen mussten sowie schon stolze Summen bei der Anschaffung gezahlt hatten, sondern auch noch einen wesentlich höheren Preis für das jährliche Abo zahlen sollen, der irgendwie nicht der Verhältnismässigkeit entspricht, vor allem wenn man die Preise für die Native-Version betrachtet.

Als Native-User hatte mich Avid allerdings breites mit den Funktionen „Hardware Monitoren Input (auto mute)“ und „Disk Cache“ überzeugt, weiterhin Pro Tools nutzen zu wollen. Die Möglichkeit in den Genuss von VCAs und all den anderen Funktionen zu kommen, war letztendlich ein dickes Schmankerl oben drauf.

 

3. Zwangsweise für den Support bezahlen zu müssen

Mehr als unverständlich war der Fakt beim Release zum Jahresanfang, dass man für das Upgrade 199 US-Dollar zahlen sollte und den Support inkl. hatte. Und was ist, wenn man den Support nicht braucht? Warum also dafür bezahlen. Dies wurde ebenfalls von Avid korrigiert und der Native-User konnte wählen ob man den Support nun gesondert bezahlen möchte. Der HD-User wurde hier erneut außen vor gelassen und ich hätte mich selbst richtig geärgert, würde in meinem Rechner eine PT HD-Karte oder auch nur die HD-Software laufen.

 

4. Unverständlich hohe Upgrade-Preise für PT HD-User

Dieser Punkt wurde von Avid nur halbwegs begradigt indem man die Abo-Preise pro Jahr zwar auf 399 US-Dollar senkte, allerdings erst nach dem ersten Jahr, für das man inkl. dem Upgrade auf PT HD 12 stolze 599 US-Dollar berappen muss.

Mit dem Update auf 12.4 folgte auch durch die User-Base lang ersehnte Funktionen:

Freeze, Commit und Track Bounce

Ab nun an konnte man Spuren mit vielen CPU-lastigen Plugins „einfrieren“ oder Offline „in place“ bouncen und so wieder mehr Rechenleistung für andere Spuren frei zu bekommen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Avid bis PT 12.4 und Ende 2015 überzeugte und deutlich spürbare Verbesserungen in der Native-Version hervorbrachte, um auf das „Subscription“-Model aufzusteigen. Mit dem 31.12.2015 endet die „kostengünstigere“ Upgrade-Phase von alten Pro Tools Version auf die damals aktuelle Version 12.

 

Pro Tools 12.5 bis heute Pro Tools 2018

Pro Tools 12.4 war aber im Grunde genommen nur eine kleine Vorbereitung auf das was  im März 2016 mit Version 12.5. kommen sollte – die bereits in 2014 angekündigte Avid „Everywhere-Collaboration-Funktion“ oder die konkrete Bezeichnung die „ Pro Tools Cloud“, auf die ich persönlich allerdings bisher gut verzichten konnte. 

Eine weitere Übersicht über die dann folgenden Pro Tools Versionen:

PT 12.6 (September 2016) – Neue Features: Clip Effects, Layered Editing, Playlist Improvements, New Perpetual Licensing Model

PT 12.7 (Dezember 2016) – Neue Features: MTRX support, Project Revision History, Workspace improvements (Soundbase, etc.), Fade editing shortcuts, Clip Effects Quick Presets, bug fixes

Mit 12.7. brachte Avid jedoch eine Plugin-Mietmodel inkl. der Avid Pro Plugins welches für rund 46,80 Euro pro Jahre genutzt werden konnte. http://www.avid.com/plugins/avid-complete-plugin-bundle

Pro Tools 2018 Avid Complete Plugin Bundle

PT 12.8  (Juni 2017) – Neue Features: Atmos Integration and NEXIS optimization (HD Only), Workspace and Project enhancements (Pro Tools), Cloud Collaboration (Pro Tools First)

PT 12.8.2  (Oktober 2017) – Neue Features: Ambisonics VR Track support, Dolby Atmos enhancements, MIDI Editing and Recording features, Scroll to Track by Name, Batch Renaming of Tracks and Clips, Bug fixes

 

Pro Tools 2018

Pro Tools 2018 (Januar 2018) – iLok Cloud support, Track Presets, Target Playlist, Retrospective MIDI, Arrow key MIDI Editing, Mix Window EQ Curves, Improved Import Session Data, Start Collaboration option

Mit der Veröffentlichung von Pro Tools 2018 gab es auch ab Januar eine Versionskennung. Von nun an wird die Version mit dem Jahre und dem jeweiligen Monat in dem sie veröffentlicht wird gekennzeichnet. Im Januar war es Pro Tools 2018 .1 im März folgte dann auch Pro Tools 2018.3 mit einigen kleinen Erweiterungen und Fehlerkorrekturen.

Der April brachte Pro Tools 2018.4 mit einer weiteren Namensänderung: Pro Tools HD wurde zu Pro Tools Ultimate und beinhaltet nun auch das Avid Couplet Plugin Bundle mit 75 Plugins inkl. der Avid Pro Plugins sowie Pro Tools Machine.

Pro-Tools-2018-Ultimate Cover

Der aktuelle Vergleich zwischen Pro Tools First, Pro Tools und Pro Tools Ultimate ist unter dem folgenden Link auf der Avid-Webseite zu finden: Avid Pro Tools Comparison

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Jul, 08, 2018

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