Pro Tools 2018.7 Low Latency Monitoring und Direct Hardware Monitoring – Auto Mute

Avid hat mit Pro Tools 2018.7 einige neue Funktionen veröffentlicht (siehe hier die Liste) und mehr als nur ein paar Probleme behoben (Fehlerbehebungen).

Zwei neue Funktionen im Low Latency Monitoring sind ebenfalls hinzugekommen, die allerdings nicht so in der Liste hervorragen.

Zum einen kann man nun den Abhörpfad selber festlegen und ist nicht mehr wie zuvor auf die Ausgänge 1-2 beschränkt. Ebenfalls kann man die Aux-Sends aktiv lassen, während sich nach wie vor die Inserates in dem jeweiligen ausgewählten Recording-Track für die Aufnahmezeit deaktivieren. So kann man Beispielsweise bei einer Gitarrenspur während der Aufnahme ein Delay auf ansteuern und hört das Effektausgangssignal beim Spiele.

Pro Tools Expert hat hierzu eine sehr feines kurzes Video erstellt. (Link zu Pro Tools Experts)

Pro Tools IO-Setup
ProTools LLM Aux-Setup

Ich selber nutze die Low Latency Monitoring Funktion jedoch nicht, da ich mein anderes Setup und den daraus resultierende Workflow bevorzuge.

Das Aufnahmesignal, nehmen wir hier mal einen Bass als Beispiel, höre ich über latenzfreies Monitoring via meiner UA Apollo Silver Einheit hab. Um bei der Aufnahme nun keinen Doppeleffekt zu haben (also das Pro Tools Signal und das Apollo Signal zu hören) kann man in Pro Tools den für die Aufnahme scharfgestellten Kanal „Auto muten“.

Vorteile gegenüber dem Low Latency Mode:

  • das Aufnahmesignal ist immer zu hören (während der Aufnahme, im Play Modus, oder im Stop Modus). Dies ist vor allem hilfreich wenn man z.B. mit einem Sänger aufnimmt, der sich in einem anderen Raum befindet. Der Kommunikationsweg über das Mikrofon und den Aufnahmekanal ist immer aktiv vom Sänger ausgesehen. So kann man sich auch austauschen, wenn man einen Tag abhört oder der Sänger etwas andere parallel zum letzten Take versuchen möchte.
  • Man kann das aufgenommene Signal immer direkt im Play Modus abhören ohne etwas umzustellen (Input Monitoring etc.)
  • Man ist unabhängig von den Ausgängen. Das Aufnahmesignal kann auf alle Apollo Ausgänge bzw. Kopfhörer geroutet werden und ist immer „latenzfrei“
  • Wenn man an eine stelle „hinein Punchen“ möchte, so kann man im Vorfeld bereits mitspielen und hört sein spielen bereits vor dem Punch. Sicherlich eine Geschmacksfrage, aber ich hab noch keinen Musiker erlebt, der es bei der Aufnahmen anders besser fand.

Ich kenne diesen gesamten Workflow aus der Zeit wo ich noch überwiegend mit einem Mischpult aufgenommen habe und diesen möchte ich nicht missen.

Und jetzt zum Nachteil. Seit Pro Tools 2018.1 gibt es einen „Bug“. Das Auto Mute funktioniert nur so lange, wie man einen bzw. Mehrer Tracks einmal in Record-Mode versetzt hat. Entschärft man einen Kanal oder fügt einen hinzu im Rec-Modus, so funktioniert das „Auto Input Mute“ nicht mehr.

Der Workaround: Man aktiviert den Punch-Modus

Man wählt alle Kanäle aus, die man aufnehmen möchte und stellt Punch-Modus kurz wieder aus und wieder an (Mac Shortcut: cmd-6) und schon sollte der Auto-Mute wieder funktionieren. Ändert man die Kanäle erneut deaktiviert und reaktiviert man den Punch-Modus erneut und startet wieder mit der Aufnahme.

ProTools Auto Mute
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Aug, 04, 2018

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