Back-up, Back-up, Back-up im Tonstudio

Als ich mich in der Planung für mein eigenes Back-up im Tonstudio befand stieß ich in einem Forum auf folgenden Satz eines Mitglieds:

"Ein wirklich sicheres Back-up besteht erst wenn es in dreifacher Form vorhanden ist."

Ich empfand diese Aussage im ersten Augenblick etwas übertrieben. Aber wenn man einmal einen Datenverlust gehabt hat und das erste und wohlmöglich einzige Backup beschädigt ist, wird man mehr als nur erleichtert sein, mindestens eine weitere Datensicherungen zur Verfügung zu haben. Und vor allem wenn es sich um Kundendaten handelt, sollte man ein funktionierendes Back-up im Tonstudio haben.

Festplattenspeicher, vor allem in Form von HDD-Festplatten, kosten zum Glück keine Unsummen mehr. Worauf es ankommt ist wohl eher die Planung wie die Backups verwaltet werden. Es gibt viele Möglichkeiten wie man seine Backups sicherstellen kann und ich nehme hier an dieser Stelle meine eigenen Varianten als eine Möglichkeit, die sich in den letzten Jahren bei mir bewährt hat.

 

1. Back-up im Tonstudio - Synchronisierung der Audio-Daten auf ein NAS-System

Ich habe alle meine aktiven DAW-Sessions auf einer 512 GB SSD-Festplatte sowie alles Samples meiner Musik-Bibiliothek auf einer weiteren 256 GB SSD-Festplatte. Diese werden mittels einer Mac-App (ForkLift - einem Finder-Ersatz) auf ein Synology NAS-System am Ende eines jeden Tages kopiert. Allerdings werden hier nur die geändert Daten kopiert und somit dauert der Vorgang nicht all zu lange. Die Daten die ich auf meiner Festplatte während des Tages gelöscht habe, werden ebenfalls von der Back-up-Festplatte bereinigt. Somit liegt auf dem ersten Back-up immer eine 1:1 Kopie meiner SSD-Festplatten vor.

Das NAS-System dient mir zugleich als Home-Serve für Bilder, Videos und Musik und lässt mich von jedem meiner Rechner auf alle Daten zu jeder Zeit zugreifen. (Mehr Informationen zu den Synology-NAS-Systemen)

 

2. Back-up im Tonstudio - Spiegelung der NAS-Festplatte

Das Synology-NAS-System hat zwei 3TB Festplatten an Board. In meinen NAS-System stecken die WD RED Festplatten, die von Western Digital als NAS-Speicher deklariert werden.

Platte 1 ist die Daten-Platte und Platte 2 ist eine 1:1 Spiegelung von Platte 1. Sollte also einmal die Backup-Platte 1 versagen, sind alle Daten noch mal auf Platte 2 vorhanden. Hierbei dreht es sich also eher um eine Absicherung eines Hardwarefehlers einer der beiden Festplatten. Hat man eine beschädigte Datei auf einer Festplatte, z.B. durch einen fehlgelaufenen Kopiervorgang so ist diese natürlich auch auf der anderen zu finden. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering aber mit Sicherheit auch nicht zu 100% auszuschließen. Daher kommen wir nun auch zu, dritten 3. Punkte eines weiteren Backups.

 

3. Back-up im Tonstudio - externe Festplatte mittels Time machine (manuell)

Es lässt sich nicht leugnen, dass die Funktion der Apples Time Machine echt praktisch ist. Allerdings gab es von Avid für Pro Tools und früheren Mac OS die Anmerkung, nicht Time Machine aktiv nebenher laufen zu lassen. Man kann die Auto-Backup-Funktion von Time Machine deaktivieren und so nutze ich TimeMachine ebenso manuell wie mein erstes Backup. Allerdings läuft dieses Backup über eine externen USB-3-Festplatte. Unter TimeMachine kann man konkret sagen, welche Festplatten erfasst werden sollen und welche ausgeschlossen. Ich nutzte es für den gesamten Rechner und habe somit auch einen Zugriff auf die Wiederherstellung des Betriebssystem sowie alle anderen Daten, die auf der im Mac Pro verbauten System-SSD liegen. Time Machine kopiert alle Daten und löscht ältere Versionen erst, wenn die Back-up-Platte ihren maximalen Speicherplatz erreicht hat. Somit hätte ich in der Theorie auch noch zugriff auf ältere Versionen einer Datei, die nicht mehr auf meinem NAS zu finden wäre.

Alle Informationen von Apple rund um die Time Machine

 

4. Sicherung des OS auf externe Festplatte mit „SuperDuper"

 

Meine Audio-Daten sind somit drei mal abgesichert. Wenn ich das Prinzip auch für mein Betriebssystem vorhalten möchte fehlt hier mindestens ein weiters Back-up. Und für dieses weitere Back-up meiner System-SSD nutze ich das Program "Super Duper" um eine bootfähige Kopie des Betriebssystems zu erstellen. Das ganze geht ebenfalls auf eine externe USB3-Festplatte und wird mind. 1x die Woche kopiert bzw. nach wichtigen Installationen wie z.B. einem Update von Plugins oder Programmen die regelmässig zum Einsatz kommen.

 

5. Online Back-up im Tonstudio

Ab und an und auch abhängig vom Projektumfang nutzte ich zusätzlich auch Online-Speicher wie von Gobbler , Google-Drive oder die Dropbox um die laufenden Projekte-Daten auch über die Cloud abgesichert zu haben. Allerdings muss man hier die Datenmenge im Auge behalten und sich bewusst sein, dass diese unter anderem urheberrechtlich geschützte Daten dritter (also z.B. die meiner Kunden) dann auf einem Server liegen, der nicht mehr unter meiner vollen Kontrolle steht. Dies sollte man, wenn man mit Kunden zusammenarbeitet, kurz abklären ob es dazu Einwende gibt, bevor man diesen Vorgang anstößt.

 

Leider nicht mehr unterstütztes und funktionierendes Programm "Synk"

Bis zum Betriebssystem "El Capitan" nutzte ich ein Synchronistationsprogramm namens SYNK. Es war einfach perfekt von den Einstellungen her, da man wählen konnte welche Art von Back-Up man erstellen möchte (1:1; alle Daten bis der Speicherplatz voll ist, nur bestimmte Datensätze, etc) und vor allem wann das Programm nach neuen Daten oder Veränderungen suchen soll um diese auf das Back-Up-Meidum zu kopieren. Man konnte somit sagen "So lange Pro Tools geöffnete ist = pausiere mit dem Backup". Hat man Pro Tools geschlossen startetet der Updatevorgang für das Backup. Somit lief es automatisch und man hatte niemals vergessen ein Back-Up zu starten. Bisher ist mir keine App untergekommen, die das so auf diese Art und Weise leicht, schnell und elegant lösen konnte. Leider hat der Programmierer seine Programme eingestellt und es funktioniert ab macOS Sierra nicht mehr.

 

Und wenn der gesamte Rechner ausfällt?

Das wäre natürlich ein "worst case" Szenario, doch dank der Backups, habe ich alle Daten die benötige werden um zumindest die anstehende Produktion auf einem anderen Rechner schnell fortführen zu können. Ob ich dafür mein privates MacBook Pro nutze, mir einen Rechner leihe oder sogar gleich neu kaufen müsste - in allen Fällen könnte ich innerhalb eines Tages die Arbeit wieder aufnehmen.

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